Paardynamik, Paarbegleitung, Trennungsbegleitung

Paardynamik

Bei unserer Geburt kommen wir voll intakt auf die Welt in Verbindung mit unserer Lebensenergie. Durch unsere Erziehung und unser näheres Umfeld unterdrücken wir Gefühlsqualitäten, die nicht akzeptabel beziehungsweise unerwünscht sind. Wir lernen Teile wie Wut, Angst oder Schmerz wegzusperren. So blockieren wir immer mehr unsere ursprünglichen Fähigkeiten.

Liebesbeziehungen wollen uns dazu bringen, dass wir unsere unerledigten Kindheitsangelegenheiten klären. Darin liegt das größte Potential zu Heilung und Wachstum genauso aber für Verletzung, je nachdem, welchen Weg wir einschlagen.

Was uns am Anfang wie magisch an unserem neuen Partner anzieht, sind unsere eigenen fehlenden Teile. Das gibt uns ein Gefühl von Ganzsein.

Nach einiger Zeit des Kennenlernens sind wir so vertraut miteinander, dass wir uns nicht nur von unserer besten Seite zeigen. Die erst so anziehenden verlorenen Teile begegnen uns nun in ihrem Schattendasein und sind in dieser Form bedrohlich für uns.

Wir bekämpfen immer mehr die Andersartigkeit des Partners und fallen so aus der Wärme und Sicherheit der romantischen Liebe und machen den anderen dafür verantwortlich: “Du bist schuld!”. Mitunter verheddern sich Paare in diesem Machtkampf darüber, wer richtig ist, bis zum Zerfall der Beziehung. Dann stellt sich die Frage, sich zu trennen oder einen Weg zu einer bewussten Beziehung einzuschlagen.

Paarbegleitung

Bei diesem Weg entscheiden sich beide gemeinsam heiler zu werden in einem Prozess, in der die belastenden Puzzlestücke der Kindheit aufgespürt und integriert werden. Durch den Imago Dialog bekommen beide Partner viel Raum, Empathie und Verständnis für ihre Verletzungen. Unter jeder schmerzhaften gegenwärtigen Erfahrung in der Partnerschaft liegt eine schmerzhafte Erfahrung in der Kindheit, die an dieser Stelle verletzlich gemacht hat. Dieser Prozess ist für die Partnerschaft ungemein entlastend, weil sie die Schuld voneinander wegnimmt.

Trennungsbegleitung

Wenn kein Vertrauen in einen gemeinsamen Weg mehr da ist, ist eine bewusste Trennung eine lohnende Herausforderung. Sich gut zu trennen ist eine Kunst und wohl jeder wünscht sich ein Auseinandergehen ohne Rosenkrieg. Durch oftmals jahrelanges Auseinanderleben können zahlreiche Verletzungen, Enttäuschungen und Schuldzuweisungen entstehen.

Ziel meiner Begleitung ist es, den Trennungsprozess konstruktiv und friedvoll zu gestalten.  Jeder wünscht sich vom anderen in seiner Welt verstanden und angenommen zu werden. Heftige Kränkungen wollen gut versorgt werden, damit ein Raum für Verzeihen entstehen kann. Erst, wenn wir bereit sind, den Schmerz, den eine Trennung mit sich bringt, an zu nehmen, können wir loslassen.

Eine Trennung kann erfolgreich verlaufen, indem sie so würdevoll und aufrichtig gestaltet wird wie möglich. Genauso wie Hochzeitszeremonien oft den Anfang einer Verbindung symbolisieren, brauchen wir auch ein Ritual für das Ende. Rituale erleichtern schwierige Übergänge. Außerdem würdigen sie das, was war.

Insbesondere wenn eine Familie mit Kindern zerbricht, ist eine zukünftige gute Umgangsweise miteinander für die Kinder und ihre Entwicklung von großer Wichtigkeit. Kinder nehmen meistens Konflikte zwischen ihren Eltern auch persönlich, und sie fühlen sich von einer schuldbeladenen Atmosphäre belastet. In einer gelungenen Trennung können sie in einem neuen Rahmen Frieden finden.

In jeder Beziehung, auch in einer kinderlosen, ist es sehr erleichternd und bereichernd für kommende Verbindungen, in versöhnlicher Haltung auseinander zu gehen. Letzten Endes profitieren wir selbst am meisten, mit einem leichten Herzen durch die Welt zu gehen.

Manchmal ist einfach die Lösung die Lösung….

Affären

Untreue kommt in guten wie in schlechten Beziehungen vor.

Häufig sind die Beteiligten einer Affäre nicht leichtfertige Spieler*innentypen sondern verantwortungsbewusste Menschen, die die gemeinsame Vergangenheit in der Paarbeziehung auch schätzen. Gründe dafür sind vielfältig wie beispielsweise Einsamkeit, sexuelle Frustration oder Sprachlosigkeit, Verbitterung, Enttäuschung, Vernachlässigung, verlorene Jugend, Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Nähe, zu viel Alkohol oder anderes. Sie fühlen sich selbst oft zutiefst zerrissen wegen ihres Verhaltens. Manchmal ist Untreue auch eine kleine Rebellion geboren aus Langeweile, dem Bedürfnis nach Aufregung oder dem Wunsch heraus zu finden, ob man noch markttauglich ist. Andere berichten über ein bisher unbekanntes überwältigendes Gefühl von Liebe, das sie nicht ignorieren konnten.

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Paradoxerweise bewegen sich viele Menschen aus ihrer Beziehung hinaus, um diese nicht aufgeben zu müssen. Die Gründe für Fremdgehen sind unzählig, ein Thema aber wiederholt sich: Die Affäre als Form der Selbsterforschung, als Suche nach einer neuen Identität. Oft sehnen wir uns nicht so sehr nach dem/r Geliebten sondern nach einer neuen Version von uns selbst. Manchmal kann die Affäre vor allem mit dem Betrügenden zu tun haben und fast nichts mit dem Betrogenen. Der Paukenschlag einer Affäre fegt das bisherige Beziehungskonstrukt weg und kann einer gesünderen, reiferen Version Platz machen. Viele Menschen haben Affären nicht, um ihre Ehe zu beenden, sondern um sie zu retten. So nehmen sie den Erwartungsdruck aus der eigentlichen Beziehung, ohne sie zu zerstören. Wenn wir Untreue zur Mutter allen Verrats erklären, verweigern wir, die Komplexität von Beziehungen.

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Was kann man tun?

Eine Affäre wird von den Beteiligten auf völlig unterschiedliche Weise mit sehr intensiven Gefühlen erlebt. Um eine Brücke zwischen diesen gegensätzlichen Erfahrungen schlagen zu können, braucht es einen sicheren Rahmen. Einen Entweder-Oder-Zugang, der nur eine Wahrheit zulässt, führt nicht zu Verständnis und Versöhnung. Es hilft weder, nur auf die zerstörerische Wirkung zu fokussieren noch die Verletzung klein zu machen.

Zu verstehen, warum Untreue passiert, ist essenziell für ein Paar. Meine Aufgabe als Therapeutin ist, den Sinn hinter dem Handeln zu sehen. Sinn kann man finden, indem man wissen will, was geschehen ist, was zum Absprung geführt hat und ob man ihn hätte verhindern können. Was gibt es aus der Affäre zu lernen, wie kann sie vielleicht dazu beitragen, die Paarbeziehung anzuregen, zu transformieren? Die meisten Paare setzen sich jetzt zum ersten Mal auseinander mit den Grundfesten ihrer Beziehung. Für viele Paare braucht es eine so extreme Erfahrung, um die Aufmerksamkeit des Partners zu wecken und aus einem eingefahrenen System aus zu brechen. Affären sind Alleingänge. Sie zu verstehen, ist ein Gemeinschaftsprojekt.

Vergebung bedeutet nicht, dem anderen alles durchgehen zu lassen. Es ist eher ein Geschenk, das man sich selber macht. Man setzt einen Gefangenen frei und entdeckt aber, dass man in Wirklichkeit selbst der Gefangene war. Vergebung ist ein Prozess, der Zeit brauchen kann, in der man sich verabschiedet von einer Version der Wirklichkeit, die man viel lieber gehabt hätte und den Schmerz annimmt, der beim Annehmen davon auf einen wartet.

Indem sie es schaffen, Widersprüche, Unklarheit und Unsicherheit aus zu halten, eröffnet sich ihnen ein Raum voller Möglichkeiten, sich selbst und einander wieder neu zu entdecken und eine tiefere Verbindung auf zu bauen.